Archiv für April 2008

Marketing Lexikon: Affiliate

Affiliate ist die im Marketing übliche Bezeichnung für Empfehlungsmarketing. Affiliate Marketing ist angeblich auf einer Party entstanden. Dabei soll eine junge Frau den Amazon Gründer Jeff Bezos gefragt haben, ob sie auf ihrer Website thematisch passende Bücher für eine Provision zum Verkauf anbieten dürfe.

Inzwischen ist Affiliate nicht mehr aus dem Online Marketing wegzudenken – die meisten erfolgreichen Firmen betreiben Affiliate Marketing. Unter anderem Amazon, eBay, die Telekom und viele mehr.

Das Prinzip von Affiliate ist einfach: man gibt freien Verkäufern (den so genannten Affiliates, Affiliate Partnern oder Publishern) eine Provision auf jeden durch sie vermittelten Verkauf (oder eine andere Aktion wie die Registrierung für ein Gewinnspiel).

Ein Beispiel am Partnerprogramm von Amazon: ein Autor betreibt einen Blog, in dem er Bücher zum Thema Biologie vorstellt. In jedem Beitrag setzt der Autor seinen Partnerlink zu Amazon, der Besucher kann über diesen Link direkt das Buch kaufen. Kauft nun ein Besucher des Blogs das Buch über den Partnerlink des Autors, so erhält dieser eine gewisse Provision (die derzeitige Provision von Amazon beträgt 5% auf den Verkaufspreis).

Der Partnerlink dient dabei dazu den Affiliate, der den Käufer vermittelt hat, zu identifizieren. Beim Amazon Partnerprogramm kann man sich übrigens hier (kein Werbelink) anmelden.

Die wenigsten Unternehmen besitzen ein eigenes Affiliate Programm. Es ist weithin verbreitet, sein Partnerprogramm über eine oder mehrere der bekannten Affiliate Plattformen (siehe Liste der wichtigsten Affiliate Plattformen) zu betreiben. Dabei fallen jedoch hohe Kosten im Bereich von 20-40% auf die Provision an. Das heißt, wenn ein Anbieter in seinem Partnerprogramm 1 Euro Provision für den Affiliate anbietet, zahlt er in Wirklichkeit 1,20 Euro bis 1,40 Euro.

Im Affiliate Marketing gibt es mehrere Abrechnungsarten. Wobei „Lead“ und „Sale“ die gebräuchlichsten sind. Lead (Englisch für „führen“) bezeichnet eine Aktion des Besuchers auf der Website des Werbetreibenden (zum Beispiel eine Anmeldung in einem Forum oder für einen Newsletter). Ein Sale (Englisch für „Verkauf“) hingegen ist der Verkauf eines Produkts (Kleidung, Computer, alles was man eben kaufen kann). Leads werden meist fest vergütet, Sales hingegen auf prozentualer Beteiligungsbasis.

Was ist Social Bookmarking?

Heute habe ich im WebmasterPark Forum einen Beitrag gelesen, in dem der Benutzer Necrolord folgendes fragt:

Immer mehr Webmaster reden über Social Bookmarking und benutzen es und ich hab immer noch keine Ahnung was das genau sein soll. Der Wikipedia Artikel hilft mir auch nicht wirklich weiter.
Deshalb würde ich mich freuen, wenn sich jemand die Zeit nimmt und mir ein par kurze Fragen beantwortet. Ihr könnt gerne auch nur eine Frage beantworten.

1. Was ist das überhaupt?
2. Was für Vorteile ergeben sich dadurch für die Webmaster?
3. Lohnt sich eine Anmeldung für die Webmaster?
4. Wenn ja wie kann man die Dienste so effektiv wie möglich nutzen?
5. Bei welchen deutschen Anbietern würde sich eurer Meinung nach eine Anmeldung lohnen?

Ich denke diese Fragen beschäftigen viele Webmaster und Online Marketer, darum werde ich sie beantworten.

Was ist Social Bookmarking?

Was Bookmarking ist sollte jedem klar sein: das Speichern einer Webadresse. Konservative nennen es immer noch Lesezeichen setzen :-) . Den meisten Webbrowsern steht eine Funktion zur Verfügung um Lesezeichen zu speichern und in gewissem Rahmen zu verwalten (zum Beispiel, indem man die Lesezeichen in Ordner einsortiert). Das immer größere Web bringt dabei natürlich eine Hürde mit sich: immer mehr Lesezeichen. Um Lesezeichen effizienter sortieren zu können wurden Online Dienste geschaffen, die es einem erlauben, Lesezeichen Online abzulegen, zu verschlagworten, mit Beschreibungen und Titeln zu versehen und einiges mehr. Das ist der Part des Bookmarking, der Social (Gemeinschaft) Effekt entsteht, da man sich die Lesezeichen aller in einem Social Bookmarking Dienst (wie Mister Wong oder del.icio.us) angemeldeten Benutzer ansehen kann.

Was für Vorteile ergeben sich dadurch für die Webmaster?

Ja, auch du als Webmaster kannst deine Lesezeichen effizienter sortieren ;-) . Nebenbei gibt es natürlich noch andere Effekte: wenn Web Benutzer die Adresse deiner Website in einem Social Bookmarking Dienst ablegen bekommst du einen Backlink. Das steigert deine Link Popularität und dadurch wiederum wirst du höher bei Google gelistet. Außerdem kommen reale Besucher über den abgelegten Link auf deine Website.

Lohnt sich eine Anmeldung für die Webmaster?

Jain! Wenn du große Websites dein eigen nennst wohl kaum, denn dann werden bereits andere User deine Websites wie verrückt online speichern. Auf der anderen Seite sorgt natürlich jeder Eintrag für einen Backlink auf deine Website und damit zu mehr Besucherverkehr und höheren Positionen in Suchmaschinen wie Google. Gerade für kleine Seiten sind Social Bookmarking Dienste also interessant.

Wenn ja wie kann man die Dienste so effektiv wie möglich nutzen?

Man sollte den Link über möglichst viele soziale Netzwerke verteilen und den Besuchern der eigenen Website die Möglichkeit zum direkten speichern der Website in einem der Social Bookmarking Dienste bieten. Zum Beispiel via Seitzeichen.

Bei welchen deutschen Anbietern würde sich eurer Meinung nach eine Anmeldung lohnen?

Also interessante deutsche Dienste sind Mister Wong, Yigg, Webnews und Linkarena. Aber es lohnt sich auch die eigene Website in den wichtigsten englisch sprachigen Bookmark Diensten einzutragen. Das sind meiner Meinung nach StumbleUpon, Digg und del.icio.us.

Für einen Marketing Menschen bieten sich hier natürlich viele Wege um Social Bookmarking kreativ für Product Placement oder billig Werbung zu nutzen. Also viel Spaß noch beim rumprobieren :-) . Wer weitere Fragen hat darf diese gerne als Kommentar posten oder mir eine E-Mail (Mail Adresse siehe Impressum) senden. Alle Fragen werden beantwortet!

Marketing Lexikon: Guerilla Marketing

Im Guerilla Marketing wird mit Aufsehen erregenden Aktionen für ein Produkt oder eine Firma geworben. Dabei ist vor allem Kreativität gefragt. Gut gemachte Guerilla Aktionen haben ein großes, virales Marketing Potential. Dabei erreichen Guerilla Aktionen meist eine große Werbewirksamkeit bei nur geringen Umkosten im Vergleich zu typischen Werbekampagnen wie Banner Werbung im Internet oder Flyer Werbung (siehe „Die 5 größten Irrtümer über Guerilla-Marketing“ von Marcel Schreyer). Viele Guerilla Experten setzen auf die direkte Interaktion mit den Kunden und schnelles „auftauchen und verschwinden“ um Erfolge zu erzielen.

Beispiele für kreative Guerilla Maßnahmen sind Schneeschlachten, Konzerte, öffentliche Diskussionen oder ähnliches.

Layer und PopUps – ist der Horror bald vorbei?

Jeder kennt sie und die meisten Menschen hassen sie: nervige Layer und PopUps, die sich öffnen, über den eigentlichen Inhalt der Webseite legen und den Benutzer mit Werbung nerven. Aber schlimmer geht es immer! In den letzten Jahren wurden zahlreiche Layer Varianten entwickelt, die die Werbewirksamkeit der Layer erhöhen sollten. In Wirklichkeit erhöhen diese meist jedoch nur die Wut des Benutzers. Da gibt es fiese Varianten, die sich erst nach 3 Sekunden schließen lassen und noch schlimmer, manche öffnen beim Schließen des Layers ein neues Fenster, in dem die Homepage des Werbepartners geladen wird.

Woher kommen denn diese Layer und PopUps eigentlich?

Im Internet gibt es viele Websites, die sich sehr schlecht traditionell, zum Beispiel mit Google AdSense (externer Link), vermarkten lassen. Als Beispiel lassen sich Warez oder Torrent Seiten anbringen. Solche und ähnliche Seiten finden aufgrund von illegalen Inhalten selten gute Werbepartner.

Da die Webmaster nicht auf hohe Werbeeinnahmen verzichten wollen benutzt man alternative Vermarktungsmöglichkeiten wie Layer oder PopUp Werbung.

Die Mehrzahl der Layer tauchte erst nach dem großen Affiliate Boom in Deutschland auf. Die meisten Layer Werbenetzwerke bedienen sich eines kleinen Tricks, um große Gewinne zu erwirtschaften, von denen die meisten Webmaster nur träumen können. Die Werbenetzwerke betreiben so genanntes „Cookie Stuffing„.

Affiliate funktioniert so: der Webmaster blendet einen Banner auf seiner Seite ein, ein Besucher klickt auf den Banner und landet auf der Webseite des Werbekunden. Zum Beispiel Conrad. Dem Besucher wird dann ein Cookie angehängt. Ein Cookie ist eine kleine Datei auf dem Rechner des Benutzers, über die man identifizieren kann, wann der Benutzer den Conrad Shop besucht hat. Kauft der Benutzer jetzt etwas im Conrad Shop wird über den Cookie festgestellt, dass der Besucher von der Webseite xyz kam. Dem Besitzer der Website wird dann auf seinem virtuellen Konto in einem Affiliate Netzwerk eine Provision gut geschrieben.

Layer Werbung nutzt dies geschickt aus: in jedem Layer wird die Webseite des Werbekunden geöffnet und ein Cookie auf dem Rechner des Benutzers gesetzt. Der Benutzer schließt die Werbung in den meisten Fällen sofort, ohne der Website des Werbekunden Aufmerksamkeit zu schenken.

Viele Web User besuchen große Shops auch ohne Einflussnahme der Layer Werbung, weil Sie sich für den Conrad Newsletter angemeldet haben, oder ähnliches. Kommt der Besucher jetzt in den Shop und kauft einen Artikel wird dem Besitzer des Layer Werbenetzwerk auf seinem Affiliate Konto die Provision gut geschrieben, weil der Benutzer ein Cookie von der Website des Layer Anbieters erhalten hat (durch den angezeigten Layer auf irgendeiner Website).

Eine andere Möglichkeit mit Layern viel Geld zu verdienen wendet Sponsorads (externer Link) an: es wird sehr klickstarke Werbung von Internet Abzocken eingeblendet. Ein Beispiel dafür ist Lebensprognose. In dem Layer wird dabei mit Slogans wie „Finde ehraus wie alt du wirst!“ geworben. Auf der Seite füllt man ein Formular aus und es entstehen Kosten auf die man vorher nicht explizit hingewiesen wurde.

Und wieso ist der Horror bald zu Ende?

Immer mehr Affiliate Netzwerken und Werbekunden stößt der Missbrauch des Cookie Stuffing auf. Inzwischen werden von vielen Werbekunden die Layer Netzwerke nicht mehr als Partner angenommen. Dies und der Rückgang der Internet Abzocken nimmt vielen Layer Werbenetzwerken zunehmend die finanzielle Grundlage.

Auch wenn es noch ein sehr langer Weg ist – in Zukunft dürfte man immer weniger von Layern oder PopUps belästigt werden :-) .

Als Webmaster sollte man auf die Vermarktung mit Layern dringend verzichten. Es ist erwiesen, dass die Mehrzahl aller Web Nutzer Layer und PopUps sehr abstoßend finden. Auch wenn Vergütungen von 5-8€ TKP sehr verlockend erscheinen können reguläre Banner oder andere Vermarktungsmöglichkeiten viel höhere Umsätze erzeugen.

Marketing Lexikon: Werbetexten / Werbetexter

Werbetexten ist der Prozess, in dem der Text für ein Sales Letter, eine E-Mail Marketing Kampagne oder sonstige direkte Verkaufsmaßnahme entsteht. Dazu zählen zum Beispiel Titelzeilen, Slogans und natürlich der normale Fließtext. Als Werbetexter wird eine Person bezeichnet, die genau weis, wie ein Verkaufstext geschrieben werden muss, um möglichst viele Kunden zum kaufen eines bestimmten Produktes zu bewegen. Da gute Werbetexte in fast jeder Branche benötigt werden sind Werbetexter für gewöhnlich gut bezahlt und immer gesucht. Die wenigsten Werbetexter in Deutschland arbeiten als Angestellte. Ein Beispiel für einen professionellen deutschen Werbetext findet man auf der Webseite eBook schreiben von Christoph Mogwitz.

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